Film
"Mit anderen Sinnen sehen..."
Ein Film von Dorothea Oechslin und Elsbeth Iten
Filmlänge ca. 15 Minuten
Zusätzlich bieten wir Ihnen diesen Film auch als Download an.
Film: Mit anderen Sinnen sehen...
Dateigrösse: 168MB
Format: MOV
Filmbeschreibung: Mit anderen Sinnen sehen...
Ein Leben im Dunkeln ist für Sehende kaum vorstellbar. Und erst wenn wir bewusst in diese Dunkelheit eintreten, nehmen wir die Schwierigkeiten wahr, die sehbehinderte und blinde Menschen tagtäglich überwinden müssen. Im Sensibilisierungskurs der Blinden-Fürsorge Innerschweiz können Sie diese Erfahrungen am eigenen Leib erleben.
Bild: Alte Fotos
Seit mehr als 100 Jahren setzt sich die Blinden Fürsorge Innerschweiz aktiv mit dem Thema Sehbehinderung auseinander.
Bild: Umgebung und Gebäude des Blinden-Fürsorge-Vereins Innerschweiz
Zweck unseres Vereins ist es sehbehinderte und blinde Menschen in der Zentralschweiz umfassend zu unterstützen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, führen wir ein Wohnheim sowie ein Alters- und Pflegeheim. Wir haben eine Werkstatt, in der wir Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband sind wir Träger der fachstelle sehbehinderung zentralschweiz fsz.
Treten Sie ein und verbringen Sie mit uns einen Tag unter unserem Dach.
Bild: Blinden-Fürsorge Innerschweiz ein Blinder mit dem Langstock geht auf die Türe zu.
Gangsszene und Frühstück
Früh morgens erwacht das Wohnheim zum Leben und alle Facetten des Alltags, Gewöhnliches und Besonderes, finden hier ihren Platz. Frau Gilgen und Herr Strauss erklären, wie sie sich sich in der Blinden-Fürsorge nach Jahren wieder getroffen haben und ein Paar wurden.
Im Speisesaal trifft man sich zum Frühstück. Die farbige kontrastreiche Wahl der Tischgedecke hilft unseren Bewohnern bei der Orientierung.
Interview mit Martin Hefti, Sozialpädagoge und Wohnheimleiter; Die Aufgabe des Wohnheimes ist es den Sehbehinderten und Blinden ein Wohnort und eine Heimat zu bieten.
Bild: Bewohnersitzung
Die Wünsche und Anliegen unserer Bewohnerinnen und Bewohner liegen uns am Herzen. Deshalb werden diese in den Bewohnersitzungen diskutiert. Hier im Wohnheim leben vorwiegend blinde und stark sehbehinderte Menschen, die in unserer Werkstatt arbeiten.
Bild: Kochen im Wohnheim
Es ist uns wichtig, die Selbständigkeit zu fördern. 2mal pro Woche koch eine Bewohnergruppe gemeinsam.
Bild: Rüebli raffeln, Bewohner bringt den Kompost in den Keller
Einige Bewohner sind auf etwas mehr Unterstützung angewiesen, andere leben nahezu selbständig.
Bild: Bewohner öffnet Sicherheitsschranke vor Treppe um den Kompost in den Keller zu tragen.
Wir organisieren Freizeitaktivitäten, aber unsere Leute zeigen auch viel Eigeninitiative, so ist z.B. eine Musik-Band entstanden.
Die engagierten Köchinnen und Köche essen gemeinsam im Wohnheim. Die anderen Bewohner und die Pensionäre treffen sich im Speisesaal.
Unterdessen möchten wir Ihnen die Fachstelle Sehbehinderung Zentralschweiz an der Maihofstasse 95c in Luzern vorstellen.
Interview; Marco Fischer, Sozialarbeiter, Leiter Beratungsstelle fsz; Die Hauptaufgaben in der Beratungsstelle sind Beratung, Information, an betroffene Menschen mit Sehbehinderung in der Zentralschweiz oder deren Angehörigen.
Bild: Mann der liest und es geht nicht, Fachmann bietet Lupenbrille an
Im Bereich Low Vision klären Fachleute genau ab, wie stark die Sehbehinderung ist. Originalton in Mundart: Ich gebe dir jetzt eine sogenannte Lupenbrille.
Bild: Fachmann, der das Bildschirmlesegerät vorschiebt
Dann gibt es elektronische Hilfsmittel wie das Bildschirmlesegerät. Weitere wichtige Hilfsmittel sind spezielle Leseleuchten.
Bild: Ende Low Vision beim Lesen
Zur Rehabilitation gehört der Bereich Lebenspraktische Fertigkeiten LPF. Hier können alltägliche Dinge neu erlernt werden, die aufgrund der Sehbehinderung nicht mehr so leicht von der Hand gehen. Bild: Die Fachfrau leitet die Klientin an und übt mit ihr die Methode um selbständig ein Glas Wasser ein zu schenken.
Beginn Orientierung und Mobilität O+M (draussen mit Lang-Blindenstock)
Originalton: So Isabell, du bist hier vor einem Fussgängerstreifen, das führt uns zum Ampeldrücken. Probier mal selber aus. Unten an der Signalglocke hat es einen vibrierenden Pfeil. Sie Laufen über die Strasse an einer weissen Markierung entlang die für Sehbehinderte angebracht ist und zum Haus führt. . Ein weiteres Thema der Rehabilitation ist die Orientierung und Mobilität. Ein Trainer hilft dabei, sich im und ausser Haus selbständig zu orientieren.
Werkstatt Bürstenmontage, Holzbearbeitung, Korbflechterei, Sesselflechterei
Nach der Mittagspause gehen die Handwerkerinnen und Handwerker wieder in die verschiedenen Abteilungen der Werkstätten arbeiten. Interview Herr Ruckli Leiter der Werkstätten: Funktion der Werkstatt ist es rund 85 Sehbehinderten oder Blinden Arbeits- und Ausbildungsplätze anzubieten. Dies ist den Abteilungen Montage, Bürsteneinzug, Korbflechten, Sesselflechten und einer Schreinerei möglich. Hier in der Bürstenmacherei werden die Borsten ganz traditionell von Hand eingezogen. Dieses Verfahren bürgt für eine sehr gute Qualität und Langlebigkeit des Produktes.
Bild: Gruppenleiter steht hinter Handwerker
In allen Arbeitsbereichen der Werkstatt hat es Gruppenleiter, die unsere Handwerker begleiten.
Bild: Originalton: Wo äne fahrsch jetzt?
Neues wird durch genaues Erklären, Tasten und Spüren erlernt. Man kann eine Lehre oder Anlehre absolvieren, und in allen Abteilungen bieten wir interne Ausbildungen an.
Die Blinden-Fürsorge Innerschweiz bietet auch geschützte Arbeitsplätze an für Sehende mit Behinderung, beispielsweise in der Holzbearbeitung, wo die Bürstenkörper hergestellt werden.
Bild: Handwerker nimmt Weiden aus dem Wasser
In der Korbflechterei flechten wir alles, von einfachen bis hin zu massgeschneiderten Körben, so z.B. für Bäckereien, Restaurants oder Privatkunden. Dank dem grossen handwerklichen Geschick unserer Flechterinnen und Flechter können wir auch spezielle Kundenwünsche realisieren. Wir bieten in Zusammenarbeit mit der IV Umschulungen an für Menschen, die aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls sehbehindert wurden. Interview: Handwerker betreffend Umschulung Originalton von Hans Huber: Ich hatte eine Lehre als Autoteileverkäufer absolviert. Als das Augenlicht immer schlechter wurde durfte ich in der Blinden-Fürsorge Innerschweiz als Korbflechter schnuppern. Der Beruf gefiel mir und ich bildete mich um. Damit die Leute am Arbeitsplatz möglichst selbständig produzieren können, setzen wir Hilfsmittel ein. Die Arbeitsplätze werden von unseren Fachleuten jeweils individuell eingerichtet.
In der Sesselflechterei werden Stühle, Sofas und vieles mehr nach Kundenwünschen hergestellt oder ausgebessert. Unsere Spezialistinnen beweisen dabei grosses Fingerspitzengefühl.
Bild: Im Laden einkassieren: Originalton: 20 Fr und 10 Rappe
Im hausinternen Laden bieten wir ein grosses Sortiment von selbst hergestellten Produkten an.
Bild: Pflegerin spaziert mit einer Pensionärin im Garten
Der Garten und die nähere Umgebung bieten Raum für Erholung und zum Spazieren, was unsere Pensionäre sehr geniessen.
Alters- und Pflegeheim
Betagte Menschen mit einer leichten oder starken Sehbehinderung finden in unserem Alters- und Pflegeheim ein neues Zuhause.
Interview Frau Brunner, Dipl. Krankenschwester und Pflegedienstleiterin: Das Personal besucht interne Weiterbildungen. Dadurch kennt sich das Personal mit der Thematik Sehbehinderung und Blindheit aus.
Bild: Eine freiwillige Helferin liest aus der Zeitung vor:
Je nach Interesse können die Bewohnerinnen und Bewohner das vielfältige Tagesangebot nutzen. So wird beispielsweise aus der Zeitung vorgelesen oder die Pensionäre singen alte Volkslieder.
Bild: Pensionärin geht auf den Balkon
Bevorzugt man jedoch die Stille, so lässt sich auf dem Balkon des Zimmers wunderbar die Ruhe genießen.
Bild: In der Cafeteria.
Es wird mit Blindenkarten gejasst, ein blinder spielt auf dem Keyboard Musikstücke.
Damit verabschieden wir uns von Ihnen und hoffen, Sie bei einem Anlass, Aktivität oder einfach nur zu einem Café in der Blinden-Fürsorge Innerschweiz begrüssen zu dürfen.
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